08.06.2020 Esther Reinwand

Holzbau liegt bei Kosten im Durchschnitt

CARL, Pforzheim; Foto: Peter W. Schmidt Architekten

Interview mit Roland Glauner, dem technischen Referenten von Holzbau Deutschland auf holz-kann.de   

Ostfildern, 08.06.2020. In einem Interview befasst sich der Holzbau-Experte mit der Annahme, die Kosten für ein Haus in Holzbauweise seien höher als bei anderen Bauweisen. Glauner: „Der direkte Kostenvergleich hinkt oft“.  Schliesslich müsse berücksichtigt werden, was zu den Baukosten gehört. Der Holzhausbau beinhaltet je nach Vorfertigungsgrad neben den reinen Rohbaukosten noch viele weitere Kosten der Nachfolgegewerke, die bereits in den Holzbauteilen integriert sind – von der Verlegung der elektrischen Anlagen bis zu vormontierten Türelementen. Bei den Baustellenzeiten punktet der Holzbau gegenüber anderen Bauweisen, da die einzelnen Elemente witterungsunabhängig im Werk vorgefertigt werden. Das ermöglicht eine gute Qualitätskontrolle und sehr kurze Montagezeiten auf der Baustelle. Auch die Baustellenzeit insgesamt verkürzt sich.

Da die Ausstattung zweier Gebäude nie exakt gleich ist, werden direkte Vergleiche zwischen der Holzbauweise und anderen Bauarten immer nur sehr eingeschränkt möglich. Holzbau Deutschland hat mittels Auswertung statistischer Daten ein durchschnittliches Kostenbild der verschiedenen Bauarten aufgestellt. Das Ergebnis: Die veranschlagten Kosten pro genehmigtem Eigenheim in Holzbauweise entspricht ungefähr genau dem Durchschnitt mit anderen Bauweisen.

Auch mehrgeschossige Holzhäuser sind heute nicht mehr teurer

Wird bei der Kostenaufstellung die reduzierte Bauzeit und die damit einhergehende frühere Nutzungsmöglichkeit in Form von Mieteinnahmen berücksichtigt oder die im urbanen Raum meist außer Acht gelassenen Kosten aufgrund von Mietminderungsforderungen durch Baustellenlärm und Staubbelastung bei Nachbarhäusern, so sind Holzhäuser im mehrgeschossigen Bereich heutzutage sogar günstiger.    

Hier geht’s zum Interview.