09.05.2020 Uwe André Kohler

Trotz Corona vorsichtiger Optimismus bei Zimmerer- und Holzbaubetrieben

Im Bereich Wohnbau hat Baden-Württemberg mit 31,9 % die höchste Holzbauquote aller Bundes-länder. Foto: proHolzBW

Lagebericht 2020 von Holzbau Deutschland veröffentlicht

Ostfildern, 9. Mai 2020. Der in dieser Woche veröffentlichte Lagebericht 2020 von Holzbau Deutschland zur aktuellen Situation des Zimmerer- und Holzbaugewerbes weist die neuesten Branchenzahlen aus: Der Umsatz der Betriebe verzeichnet gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um sieben Prozent, die Zahl der Beschäftigten ist von rund 68.000 auf knapp 70.000 gestiegen. Die positive Entwicklung macht sich auch bei den Holzbauquoten bemerkbar: Der bundesweite Durchschnitt im Wohnbau liegt bei 18,7 % (2018: 17,8 %), beim Nichtwohnbau beträgt dieser Wert 19,5 % (2018: 17,8 %).

Im Vergleich der Bundesländer nimmt Baden-Württemberg in der Kategorie Wohnbau weiterhin die Spitzenposition ein: Unser Bundesland hat eine Holzbauquote von 31,9 %, gefolgt Rheinland-Pfalz mit 24,0 % und Bayern mit 23,2 %. Im Bereich des Nichtwohnbaus führt Bayern mit 25,1 % das Feld der Länder an, Baden-Württemberg nimmt Rang zwei ein mit 24,2 %, Thüringen und Sachsen teilen sich den dritten Platz mit jeweils 20,9 %. In beiden Klassifizierungen beziehen sich die Zahlen auf die Genehmigungen für Neubauten mit überwiegend verwendetem Baustoff Holz.

Die von Holzbau Deutschland traditionell am Jahreswechsel durchgeführte Konjunkturumfrage spiegelt bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie eine gute Stimmungslage der Branche wider. 370 Zimmerei- und Holzbaubetriebe haben an der Umfrage teilgenommen. Der Auftragsbestand betrug zu Jahresbeginn 2020 durchschnittlich 17 Wochen, im Vorjahr lag dieser Wert bei 15 Wochen. Daran, so heißt es in der Pressemitteilung von Holzbau Deutschland „hat auch die gegenwärtige Ausnahmesituation im Zuge der Corona-Pandemie nichts geändert: Nach jüngsten Umfragen gehen die meisten Betriebe ohne nennenswerten Einschränkungen und unter Beachtung der der Abstands- und Hygieneregeln ihrer Arbeit nach. Auch die Bauherren halten an der Umsetzung ihrer Bauvorhaben fest“.

Durch die zunehmende Attraktivität des Holzbaus werden auch die Aussichten für Berufseinsteiger als gut bewertet. Das wachsende Interesse an der Ausbildung zum Zimmerer wird durch die Zahlen belegt: Im Ausbildungsjahr 2019/2020 wurden bundesweit 3,2 % mehr Ausbildungsverträge gezählt. Die Ausbildungsquote der Zimmerer ist mit 10,9 % fast doppelt so hoch wie die der Gesamtwirtschaft in Deutschland. Die Attraktivität des Berufs spiegelt sich auch in der Zahl der Abiturienten wider, die eine Zimmerer-Ausbildung beginnen: Von den derzeit 7606 Auszubildenden haben rund 30 % einen Schulabschluss mit Hochschulreife.

Weitere Informationen zum Lagebericht 2020 von Holzbau Deutschland unter https://www.holzbau-deutschland.de/.