10.08.2021 Esther Reinwand

"Abmessungen bereits in der Warenanlieferung"

Florian Eitel, SCHLOSSER plan.PROJEKT

Joachim Hörrmann, Koordinator Holzbau bei proHolzBW

"Ein rein auf Basis von Druck funktionierendes Bauteil"

Mittelauflageknoten nach der Fertigstellung

Neunte Veranstaltung der Schulungsreihe „Holzbau Heute“ mit Florian Eitel (SCHLOSSER plan.PROJEKT).

Ostfildern, 21. Juli 2021: Bei der neunten Veranstaltung der Seminarreihe „Holzbau Heute – eine Schulungsreihe für Kommunale Entscheider“ referierte Florian Eitel, Bauingenieur der Firma SCHLOSSER plan.PROJEKT in Ellwangen über Qualitätskontrolle, Partnering-Modelle und Schnittstellen bei der Abwicklung von Holzbauobjekten. Da beim Holzbau gute Planung entscheidend ist, bieten solche standardisierte Kooperationsformen viele Vorteile für die Umsetzung in der Praxis – von der Ausführungskompetenz in der Planungsphase bis zu Kostentransparenz, deutlicher Zeiteinsparung und klarer Schnittstellenabgrenzung der Gewerke.

“Ein Mittelauflageknoten trägt die Last eines Airbus 380”
Ein gelungenes Beispiel für diese Art der Kooperation ist die Produktionshalle der Firma SWG Schraubenwerk Gaisbach in Waldenburg. Bei dem Vorzeige-Projekt kamen ca. 420 m3 BauBuche, ca. 900 m3 Brettsperrholz sowie ca. 330 m3 Brettschichtholz zum Einsatz. Das Tragwerk besteht aus 7 Hauptträgern á 82 Meter sowie 75 Nebenträgern á 19 Meter aus BauBuche. Aufgrund der hervorragenden bauphysikalischen Eigenschaften wie Stabilität, Tragfähigkeit und Leichtigkeit macht BauBuche hier deutlich das Rennen gegenüber Stahl: Bei dem Vergleich von Querschnitt, Gewicht und Leistungsfähigkeit hätte Stahl keinen Vorteil gegenüber BauBuche erzielt. Auch die Mittelauflager funktionieren alleine auf der Basis von Druck – ohne den Einsatz von Stahlblechen, Millimeterarbeit ist dabei unabdingbar. Ein so konstruierter Knoten “trägt dabei die Last eines Airbus A 380”, veranschaulicht Florian Eitel. Der gigantische Zweckbau entstand in der kurzen Bauzeit von nur 5 Monaten.

Ausführungs- vs. Werkstattplanung
Auch beim “Bauteam-Modell” werden Beauftragungsszenarien geklärt, Planungsteams zusammengeführt, Schnittstellen geklärt, Kosten geschätzt und mehr. Je besser sich die beteiligten Teams dabei dabei kennen, desto einfacher und reibungsloser die Durchführung solcher Modelle. Auch hier zahlt sich daher die langjährige Zusammenarbeit mit erfahrenen Partnern im Holzbau aus. Als Beispiel für dieses Modell wurde ein 3-geschossiger Holzbau für 13 Wohnungen der Firma Pauser vorgestellt. Der Wohnungsbau entstand in KFW 40+ Bauweise und wurde in Holzrahmenkonstruktion erstellt. Das ästhetisch ansprechende Projekt wurde in der Rekordzeit von drei Monaten errichtet.

proHolzBW bedankt sich bei allen Teilnehmern und dem Referenten für die sehr gelungene Veranstaltung! Wir freuen uns auf den nächsten Termin der Seminarreihe „Holzbau Heute – eine Schulungsreihe für Kommunale Entscheider“ und laden Sie herzlich ein, seien Sie dabei am 12. August 2021.

Bei Interesse am Vortrag wenden Sie sich bitte an info@proholzbw.de.

Zur Schulungsreihe Holzbau Heute
Mit der Holzbau-Offensive rückt die Landesregierung Baden-Württembergs das klimabewusste Bauen in den Fokus. Nachhaltiges Bauen und Betreiben unserer gebauten Umwelt ist ein wesentlicher und wirtschaftlicher Beitrag zur Klimawende. Das öffentliche Bauen hat dabei eine Vorbildfunktion. Kommunale Entscheider von Gemeinderäten bis Bürgermeistern und Land- oder Kreisräten sind ein wichtiges Bindeglied zu den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes. Öffentliche Bauvorhaben sind daher wichtige Botschafter für den Wandel hin zu einer nachhaltigen Baukultur. Denn auch im Nichtwohnbau bietet Holz erstaunliche Konstruktionsvarianten. Intelligente Holzmischbauweisen speichern Kohlenstoff und sind die Lösung für Kindertagesstätten, Feuerwehrhäuser, Rathäuser, Kultureinrichtungen, Klinikbauten oder Schulen. Dazu werden zu allen relevanten Fragestellungen Fortbildungen angeboten, um Sie mit auf die Reise in den modernen Holzbau und die gebaute Zukunft zu nehmen. Corona-bedingt finden alle Termine digital statt.

Informationen zur nächsten Veranstaltung erhalten Sie hier.