29.09.2021 Esther Reinwand

"Das Tragwerkskonzept muss im Holzbau einfach passen."

Benedikt Ganter, Geschäftsführender Gesellschafter bei Die Holzbauingenieure

Moderator Joachim Hörrmann, proHolzBW

Dreizehnte Veranstaltung der Schulungsreihe „Holzbau Heute“ mit Benedikt Gauter (Die Holzbauingenieure).

Ostfildern, 28. September 2021: Vom Einfamilienhaus in Holzbohlenbauweise bis zum 4-geschossigen Wohn- und Geschäftshaus: Bei der dreizehnten Veranstaltung der Seminarreihe „Holzbau Heute – eine Schulungsreihe für Kommunale Entscheider“ am 28. September 2021 referierte Benedikt Gauter, Geschäftsführender Gesellschafter von Die Holzbauingenieure (Titisee-Neustadt) zum Thema Tragwerksplanung bei Bauvorhaben in Holzbauweise.

Die Teilnehmer erhielten im ersten Teil des Vortrages eine Schritt-für-Schritt Einführung in die Grundlagen der Tragwerksplanung, was gerade beim mehrgeschossigen Holzbau im wahrsten Sinne des Wortes zum Tragen kommt: So sollte je nach Gebäudetyp die Auswahl der geeigneten Konstruktionsweise und passenden Bauteile erfolgen, denn für jede Anwendung gibt es eine optimale Holzbauweise. So steht auch bei der Fassadengestaltung eine enorme Vielfalt an Möglichkeiten zur Verfügung. Das Tragwerkskonzept muss schon im Vorneherein in der notwendigen Tiefe geklärt werden und sollte neben Statik, Decken und Wänden ein fertiges Installationskonzept für Elektro- und Sanitärleitungen beinhalten. Die spätere Integration der Anschlüsse und Leitungen ist möglich, kann aber Schwierigkeiten und Zusatzkosten mit sich bringen.

“Bauteile müssen auf das Bauwerk abgestimmt sein.”
Welche Konstruktionsweise ist die richtige für mein Gebäude? Gerade bei der Tragfähigkeit von Trennwänden und Treppenhauswänden kommt es auf die Wahl der richtigen Bauelemente an. Eine Brettsperrholz-Wand ist ungefähr 50mal so steif wie eine Holzrahmenwand. Letztere bietet wiederum eine deutlich höhere Steifigkeit und damit auch Tragfähigkeit als Wände aus mineralischen Baustoffen. Der Einsatz von Brettsperrholz bedeutet auf der anderen Seite, dass pro Quadratmeter mehr Holz zum Einsatz kommt als bei Wänden in Holzrahmenbauweise. Je nach Anforderung müssen Bauherrschaft und Projektbeteiligte daher das Minimum an Tragfähigkeit der gewünschten Konstruktion mit dem Maximum an Holzverbrauch abwägen. Denn folgender Leitsatz nachhaltigen Bauens mit Holz gilt immer: Das Ziel ist nicht, so viel Holz wie möglich in ein Haus zu packen, sondern so viele Häuser wie möglich aus Holz zu bauen.

proHolzBW bedankt sich bei allen Teilnehmern sowie dem Referenten für die gelungene Veranstaltung! Wir freuen uns auf den nächsten Termin der Seminarreihe „Holzbau Heute – eine Schulungsreihe für Kommunale Entscheider“ und laden Sie herzlich ein, seien Sie wieder dabei am 12. Oktober!

Bei Interesse am Vortrag wenden Sie sich bitte direkt an b-ganter@die-holzbauingenieure.de

Zur Schulungsreihe Holzbau Heute
Mit der Holzbau-Offensive rückt die Landesregierung Baden-Württembergs das klimabewusste Bauen in den Fokus. Nachhaltiges Bauen und Betreiben unserer gebauten Umwelt ist ein wesentlicher und wirtschaftlicher Beitrag zur Klimawende. Das öffentliche Bauen hat dabei eine Vorbildfunktion. Kommunale Entscheider von Gemeinderäten bis Bürgermeistern und Land- oder Kreisräten sind ein wichtiges Bindeglied zu den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes. Öffentliche Bauvorhaben sind daher wichtige Botschafter für den Wandel hin zu einer nachhaltigen Baukultur. Denn auch im Nichtwohnbau bietet Holz erstaunliche Konstruktionsvarianten. Intelligente Holzmischbauweisen speichern Kohlenstoff und sind die Lösung für Kindertagesstätten, Feuerwehrhäuser, Rathäuser, Kultureinrichtungen, Klinikbauten oder Schulen. Dazu werden zu allen relevanten Fragestellungen Fortbildungen angeboten, um Sie mit auf die Reise in den modernen Holzbau und die gebaute Zukunft zu nehmen. Corona-bedingt finden alle Termine digital statt.

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