20.10.2021 Esther Reinwand

Segmentlamellenholz als ressourcenschonende Alternative zu Brettschichtholz (BSH).

Lukas Windeck, Karlsruher Institut für Technologie KIT

Holzausbeute bei traditionellem Einschnitt

Vierter Termin der Veranstaltungsreihe „Digitalisierung in Forst und Holz kompakt” am 29. September 2021.

Ostfildern, 22. Oktober 2021. Lukas Windeck vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) informierte in der vierten Veranstaltung der proHolzBW Reihe zum Thema Digitalisierung über eine neue Produktentwicklung im Bereich Holzeinschnitt – dem Segmentlamellenholz als ressourcenschonende Alternative zu Brettschichtholz (BSH).

Bei traditionellen Einschnittsmethoden gehen bis zu 35 % des wertvollen Rohstoffes Holz in verschiedenen Einschnitt- und Bearbeitungsprozessen verloren. Das liegt schlicht an der runden Form eines Baumstammes, sowie an Struktur und Aufbau von gewachsenem Holz. Biegefestigkeit, Druck- und Zugfestigkeit sind in bestimmten Bereich des Stammes stärker, in anderen schwächer. Damit das üblicherweise verwendete Brettschichtholz die minimal angeforderten Festigkeitswerte aufweist, können nur aus bestimmten Stellen des Stammes Teile entnommen und weiterverarbeitet werden. Durch diese Methode erreicht man in etwa nur 65 % Holzausbeute.

Eine echte Alternative zum konventionellen Prozess bietet das von Lukas Windeck vorgestellte Segmentlamellenholz. Wie der Name andeutet, werden nicht Querschnitte, sondern Lamellen, quasi wie Kuchenstücke, aus dem Stamm geschnitten und so zusammengesetzt bzw. weiterverarbeitet, dass beim fertigen Produkt die Festigkeiten von Segmentlamellenholz (SLH) mit der von Brettschichtholz vergleichbar oder sogar besser sind. Windeck stellte die verschiedenen Versuche und digitalen Rechenmodelle vor, zum Beispiel Karemo, das Karlsruher Rechenmodell, mit denen die verschiedenen Festigkeiten simuliert und getestet wurden.

Trotz der bewiesenen hohen Qualität und Nachhaltigkeit des Segmentlamellenholzes hat das Produkt noch einen gewissen Weg bis zur Marktreife vor sich. Segmentlamellen lassen sich nämlich nicht, oder nicht ganz einfach in traditionellen Sägewerken einschneiden. Es müssen Sägewerke konzipiert und gebaut werden, deren Maschinen und Ausrüstung auf Segmentlamellen ausgerichtet sind.

proHolzBW bedankt sich beim Referenten und allen Teilnehmern. Wir freuen uns auf die nächste Veranstaltung und laden Sie herzlich ein – seien Sie wieder dabei! Alle Termine und Infos zur Anmeldug finden Sie hier. Bei Interesse an den Vorträgen wenden Sie sich bitte an info@proholzbw.de.

Bei Interesse am Vortrag wenden Sie sich bitte an info@proholzbw.de.

Veranstalter:
proHolz Baden-Württemberg im Rahmen des Förderprogrammes „Klimafreundliches Bauen mit Holz“ der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), beauftragt durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

Förderkennzeichen: 2221KB0002