22.10.2021 Esther Reinwand

"Was kann vorgefertigt werden? Wie viel kann vorgefertigt werden?"

Jan Klein, müllerblaustein

Michael Künstle, Baustatik Relling

Erweiterung Ludwig Schwamb Schule, Darmstadt

Uwe André Kohler, proHolzBW

Vierzehnte Veranstaltung der Schulungsreihe „Holzbau Heute“ mit Jan Klein und Michael Künstle.

Ostfildern, 22. Oktober 2021. Die beiden Referenten Jan Klein, müllerblaustein HolzBauWerke GmbH und Michael Künstle, baustatik relling gmbh informierten beim 14. Termin der Veranstaltungsreihe “Holzbau Heute” über das Thema Schulbauten in Holzbauweise.

Zimmermeister und Architekt Jan Klein: “Schulgebäude verfügen häufig über eine rechteckige Geometrie. Dies prädestiniert diesen Gebäudetyp geradezu für die Holzmodulbauweise”. Dabei muss nicht alles elementiert umgesetzt werden – so können zum Beispiel die Klassenzimmer als fertige Module erstellt werden, und die Mensa oder ein Forum individuell konzipiert werden. Je größer die Stückzahl der gleichen Module, desto wirtschaftlicher wird der Holzbau am Ende. Dabei ist die Einflussbarkeit der Kosten in der Planungsphase, also in den ersten Leistungsphasen, im Vergleich zu späteren Bauabschnitten noch sehr gut möglich. Deshalb sollten schon in der Leistungsphase 2 die beteiligten Holzbauunternehmen mit einbezogen werden.

Michael Künstle, Ingenieurbüro Baustatik Relling, stellte die Besonderheiten der Holzbauweise aus der Sicht des Tragwerksplaners vor und betonte gleich zu Beginn, dass die vorgestellten Projekte in der Ausführung ebenso wirtschaftlich sind wie solche in der mineralischen Massivbauweise. Am Beispiel der Gemeinschaftsschule Radolfzell wurden Konstruktionsvarianten für Außenwände, Fassaden und Decken erläutert. Auch hier gilt das Credo des Holzbaus, diese Elemente von Anfang an mit zu planen, und nicht erst in der Ausführungsplanung. Am Beispiel des Exzellenzgymnasiums Bad Saulgau wurden ebenso verschiedene, wirtschaftliche Deckenvarianten ausgeführt – von der Brettschichtholzdecke bis zur Holzbetonverbunddecke, die auch die Anforderungen an Rauchdichtheit und Schallschutz erfüllen. Bei der Holzbetonverbunddecke besteht zum Beispiel die Problematik, dass am Bau zwei Gewerke zu Gange sind und die Möglichkeit der Verschmutzung der Holzelemente besteht – ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Auch bei der Planung von Erdbeben-, Brand- und Schallschutz müssen alle Planer und Projektbeteiligte von Anfang an mit einbezogen werden.

Vorträge:

Jan Klein, müllerblaustein HolzBauWerke hier.

Michael Künstle, baustatik relling gmbh hier.

proHolzBW bedankt sich bei allen Teilnehmern sowie den Referenten für die gelungene Veranstaltung! Wir freuen uns auf den nächsten Termin der Seminarreihe „Holzbau Heute – eine Schulungsreihe für Kommunale Entscheider“ und laden Sie herzlich ein, seien Sie wieder dabei am 26. Oktober!

Zur Schulungsreihe Holzbau Heute
Mit der Holzbau-Offensive rückt die Landesregierung Baden-Württembergs das klimabewusste Bauen in den Fokus. Nachhaltiges Bauen und Betreiben unserer gebauten Umwelt ist ein wesentlicher und wirtschaftlicher Beitrag zur Klimawende. Das öffentliche Bauen hat dabei eine Vorbildfunktion. Kommunale Entscheider von Gemeinderäten bis Bürgermeistern und Land- oder Kreisräten sind ein wichtiges Bindeglied zu den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes. Öffentliche Bauvorhaben sind daher wichtige Botschafter für den Wandel hin zu einer nachhaltigen Baukultur. Denn auch im Nichtwohnbau bietet Holz erstaunliche Konstruktionsvarianten. Intelligente Holzmischbauweisen speichern Kohlenstoff und sind die Lösung für Kindertagesstätten, Feuerwehrhäuser, Rathäuser, Kultureinrichtungen, Klinikbauten oder Schulen. Dazu werden zu allen relevanten Fragestellungen Fortbildungen angeboten, um Sie mit auf die Reise in den modernen Holzbau und die gebaute Zukunft zu nehmen. Corona-bedingt finden alle Termine digital statt.

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