17.03.2022 Esther Reinwand

Großvolumige Holzbauprojekte und die Anwendung der neuen MHolzBauRL.

Skelettbau (PEP Baufeld WA14 West)

Mischbauweise (PEP Baufeld WA11 Ost)

„Wohnen am Weiher“, Kempten, Quelle: Prutscher Holzbau GmbH

„Robuste“ Treppenraumwände in Holzbauweise, Wohnen am Weiher

Dr.-Ing Michael Merk

Im Detail: Auftaktveranstaltung zum Holzbau-Donnerstag bei proHolzBW.

Ostfildern, 17. März 2022: Bei der Auftaktveranstaltung zum Seminar-Format “Im Detail” am Holzbau-Donnerstag von proHolzBW stand der Brandschutz beim Holzbau im Mittelpunkt. Der Vortrag des Referenten Dr.-Ing. Michael Merk von FIRE & TIMBER .ING GmbH in München befasste sich mit den Herausforderungen aus brandschutztechnischer Sicht bei der Errichtung mehrgeschossiger Gebäude mit vielfältigen Konstruktionsvarianten in Holz- oder Hybridbauweise.

“Technische Ersatzregeln”
Dr. Merk holte die Seminarteilnehmer mit einem Rückblick auf die bisherigen (2016-2018) Regelungen im Brandschutz für den Holzbau ab. Die Planung und Errichtung von Holzbau- und Hybridgebäuden in verschiedenen Konstruktionsvarianten, wie zum Beispiel der nach wie vor beeindruckende Prinz Eugen Park in München, stellte die beteiligten Teams damals vor große Herausforferungen: Ob fehlende Regelungen für Gebäudeklasse 5, das Verbot sichtbarer Holzoberflächen oder die Tatsache, dass Treppenräume nicht in Holz konstruiert sein durften. Der PEP konnte nur auf Basis bauordnungsrechtlicher Vorgaben in Kombination mit dem Aufzeigen von planungssicheren Wegen für den Holzbau unter zu Hilfenahme “Technischer Ersatzregeln” realisiert werden. Entscheidend war und ist dabei die enge Abstimmung mit den Genehmigungsbehörden.

Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Bauteile und Außenwandbekleidungen in Holzbauweise (MHolzBauRL)
Bei der neuen Muster-Richtlinie gibt es einige Verbesserungen für den Holzbau: So wurde die Massivholzbauweise für den Einsatz von Bauteilen abweichend von hochfeuerhemmend und feuerbeständig aufgenommen. Außerdem gibt es Regelungen zur Ausführung von Außenwandbekleidungen aus Holz und Holzwerkstoffen (B1-äquivalentes Brandverhalten), die Forderung nach ausschließlicher Verwendung von Bauprodukten entfällt. Die aktuelle MHolzBauRL regelt somit das Bauen in Holz bis zur Hochhausgrenze und den Einsatz brennbarer
Außenwandbekleidungen, außerdem enthält sie die Reduktion brandschutztechnischer Bekleidung.

Weiterhin Planen und Bauen außerhalb der Regelungen
Doch noch immer existieren viele Unklarheiten: Welche Nachweismöglichkeiten gibt es für Bauteile/Elemente sowie Bauteil- und Elementfugen? Materielle Abweichungen bzw. das Fehlen von technischen Baubestimmungen oder fehlende Verwendbarkeitsnachweise sorgen nach wie vor für Unsicherheiten bei Planern und Bauherren. Das bedeutet: Vorhandene Regelungen müssen bestmöglich adaptiert und angewendet werden. Dr. Merk zeigte hier praktische Wege und Möglichkeiten auf, wie angestrebte Schutzziele trotz Abweichungen erreicht werden können. Das sehr informative Seminar endete mit einer Diskussion rund um die Fragen der Teilnehmer. proHolzBW bedankt sich beim Referenten und allen Teilnehmern für die gelungene Auftakt-Veranstaltung.

Mehr Informationen zu FIRE & TIMBER .ING GmbH: www.ft-ing.de

Weiter geht es mit dem Seminar „Ressource Wald & Holz“ am Donnerstag, den 24. März um 10:00. Anmeldung und Info finden Sie hier. Die Teilnahme ist kostenlos.

Der “Holzbau-Donnerstag” bietet vier Formate, um Sie mit auf die Reise in den modernen Holzbau und die gebaute Zukunft zu nehmen: Jeden ersten Donnerstag im Monat findet “Der Werkvortrag” statt, jeden zweiten Donnerstag im Monat das Seminar “Im Detail”, jeden dritten Donnerstag im Monat das Seminar “Cluster Innovativ” und jeden vierten Donnerstag im Monat das Seminar “Ressource Wald und Holz”. Der Holzbau-Donnerstag ist eine Veranstaltung von proHolzBW im Auftrag der Holzbau-Offensive BW.