08.02.2022 proHolzBW

„Klimagerechtes Bauen braucht eine Perspektive!“

In einem Pressestatement mahnt der Präsident der Holzwirtschaft zur Dringlichkeit.

Ostfildern/Berlin, 7. Februar 2022. Nach der harten Kritik am abrupten Förderstopp für energieeffiziente Neubauten und Sanierung haben Ampel-Regierung und Förderbank KfW einen Kompromiss vorgelegt. Das in Aussicht gestellte Anschlussprogramm für eine Neuausrichtung auf den strengeren EH40-Standard müsse nun schnell kommen, mahnt der Präsident des Deutschen Holzwirtschaftsrates (DHWR), Erwin Taglieber, an.

„Wir begrüßen es grundsätzlich, dass die neue Regierung keine Zeit verstreichen lässt, um die Bauwende einzuleiten. Klimafreundliche Bauvorhaben sind einer der tragenden Pfeiler zum Erreichen der deutschen Klimaziele, wozu der Baustoff Holz einen entscheidenden Teil wird beitragen können.

Aber nach dem Zick-Zack-Kurs der letzten Wochen muss die Ampel-Regierung jetzt rasch Klarheit schaffen und eine Übergangsregelung umsetzen, die Bauherren und ausführenden Unternehmen schnell Planungssicherheit bietet. Die im Sinne des Klimaschutzes geplante Bevorzugung des strengeren KfW40-Standards ließe sich problemlos in der Holzbauweise umsetzen! Für die Neuausrichtung der Bauförderung kommt es deshalb jetzt darauf an, alle relevanten Eckpunkte frühzeitig zu kommunizieren. Andernfalls droht die nächste Antragsflut.

Es ist klar: Neue Maßstäbe für Fortschritt beim Klimaschutz sind dringend notwendig. Umso mehr hoffen wir, dass die Bundesregierung ihre angekündigte stärkere Ausrichtung auf die Einsparung von Kohlendioxid zügig umzusetzen wird. Hierfür sind aus unserer Sicht folgende Schritte dringend notwendig:

1. Neuausrichtung der Gebäudebewertung durch Berücksichtigung der grauen Energie

2. Festlegung der Ökobilanzierung von Gebäuden als Bewertungskriterium für gestaffelte KfW-Zuschüsse und Zinsniveaus, z.B. wie im Koalitionsvertrag angekündigt und vom DHWR gefordert nach Treibhausgas-Emissionen (THG-Emissionen) pro m2 Wohnfläche

3. Festlegung eines Investitionszuschusses für die Verwendung von CO2-speichernden Baustoffen.

4. Es darf keine Ausreden mehr geben, dass dieses oder jenes nicht umgesetzt werden kann. Sollten Daten für eine ganzheitliche Gebäudebewertung fehlen, so sind entsprechende Übergangsfristen zu definieren, um Industrie und Wirtschaft die Erarbeitung der Daten zu ermöglichen.“

Das Pressestatement finden Sie auf der DHWR-Seite hier.

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Pressekontakt
Florian Snigula
Deutscher Holzwirtschaftsrat e. V. (DHWR)
Dorotheenstraße 35 (c/o HDH)
10117 Berlin
Tel.: +49 30 2060 697 12
E-Mail: florian.snigula@dhwr.de
Web: www.dhwr.de

Über den Deutschen Holzwirtschaftsrat (DHWR)
Am 13. Juli 1949 gründeten zehn Verbände der Holzwirtschaft in Wiesbaden den „Holzwirtschaftsrat des Vereinigten Wirtschaftsgebiets“. Der Deutsche Holzwirtschaftsrat vertritt heute über seine Mitgliedsverbände 70.000 überwiegend mittelständische Betriebe, die mit 650.000 Beschäftigten einen jährlichen Umsatz von 120 Milliarden Euro generieren. Die Dachorganisation der deutschen Holzwirtschaft deckt damit die gesamte Wertschöpfungskette des Rohstoffes Holz ab. Diese reicht vom Waldholz, das von der Säge-, Holzwerkstoff- sowie Zellstoff- und Papierindustrie bearbeitet wird, über die Weiterverarbeitung von Holz und Holzprodukten in der Möbel- und Packmittelindustrie, in der Pelletproduktion sowie in den Handwerksbetrieben und im Holzbau bis hin zum Vertrieb durch den Handel. Der Kreislauf schließt sich durch das Recycling von Altpapier und Holz.