09.05.2022 Esther Reinwand

„Wieviel Natur ist in der Stadt erlaubt?“

Leichtbau Dachkonstruktion für die TUM im Olympiapark, Foto Dietrich Untertrifaller

Leise und präzise Baumaßnahmen während des laufenden Betriebs im Olympiapark. Foto: Dietrich Untertrifaller

Wohnquartier Kleineschholz, Freiburg. Bild: Dietrich Untertrifaller

Hausgemeinschaften treffen sich auf dem Dach. Bild: Dietrich Untertrifaller

Vorhandene Formen fliessen in die Planung des Quartiers ein, Kleineschholz. Bild: Dietrich Untertrifaller

Werkvortrag: “Leben und Arbeiten in Holz” am Holzbau-Donnerstag bei proHolzBW.


Ostfildern, 09. Mai 2022: Wie und wo leben und arbeiten wir? Welche Lebensbereiche überschneiden und ergänzen sich, wo findet soziales Leben statt und wie kann Holzbau die Bedürfnisse moderner Lebenswelten erfüllen? Diese Fragen standen am Holzbau-Donnerstag von proHolzBW vom 05. Mai im Mittelpunkt. Patrick Stremler von Dietrich | Untertrifaller Architekten in Begrenz stellte im „Werkvortrag“, dem fortlaufenden Seminar-Format für den jeweils ersten Donnerstag im Monat, das Thema “Wohnen in Holz: Städte-und Quartiersbau” vor.

 „Leben spielt sich nicht mehr nur im Gebäude, sondern auch außerhalb des Wohnraums ab.“
Wir kennen sie – die typischen Wohnblöcke aus den 60er Jahren, oder das Büro mit den kahlen Wänden: Man kann darin wohnen, man kann darin arbeiten, aber erfüllen diese Gebäude wirklich die Anforderungen heutiger Familien, Berufstätiger und Schüler? Ob Kindergärten, Schulen, Sporthallen oder Firmengebäude: Gebäude befinden sich, wie die sich verändernden Lebensgewohnheiten der Menschen, kontinuierlich im Wandel. Anhand von vielen anschaulichen Objektbeispielen zeigte Patrick Stremler auf, wie die verschiedenen Konstruktionsarten der Holzbauweise die notwendige Flexibilität, Natürlichkeit und Nachhaltigkeit mit sich bringen, die moderne Bauten und Quartiere heute und in Zukunft erfüllen müssen – die Natur kehrt wieder in unsere Arbeits- und Lebensräume zurück.

Leise und präzise
14 Sporthallen, 300 Büro- und Laborräume: Die Erneuerung des TUM Campus im Olympiapark in München ist ein sehr gelungenes Beispiel für eine Modernisierung in Holzbauweise. Da die Sporthallen und Gebäudeteile während des laufenden Betriebes erneuert werden mussten, kam nur die Holzbauweise für den Neubau in Frage. Die Baumaßnahmen waren so leise und konnten so präzise ausgeführt werden, dass Arbeit und Forschung in den ansässigen Gebäuden des Olympiaparks unbehindert fortgesetzt werden konnte.

Mäander und individuelle Wohnkonzepte
Für das Wohnquartier Kleineschholz wurden in der Planung vorhandene Strukturen wie Bachläufe, angrenzende Bahnlinien oder Schrebergärten miteinbezogen, um auf dieser Basis Wohn- und Lebensräume für individuelle und gemeinschaftliche Wohn-Bedürfnisse zu schaffen. Zusätzlich wurden Grünflächen und Gewächshäuser entworfen, die in Anlehnung an die früher bestehenden Schrebergärten Raum für gemeinsame Aktivitäten schaffen sollen. Auch im Hinblick auf die Stadtökologie entsteht das Quartier Kleineschholz auf Basis neuester Technik mit Regenwassermanagement für die sinnvolle Umleitung und Weiternutzung von Wasser für Grünanlagen und den Temperaturausgleich im Quartier. proHolzBW bedankt sich beim Referenten für den informativen Vortrag mit vielen schönen Beispielobjekten in Holzbauweise und bei den Teilnehmern für den interessanten fachlichen Austausch am Ende der Veranstaltung.

Weitere Informationen:

Dietrich | Untertrifaller Architekten

TUM Campus im Olympiapark

Quartier Kleineschholz

Der Holzbau-Donnerstag

Der “Holzbau-Donnerstag” bietet vier Formate, um Sie mit auf die Reise in den modernen Holzbau und die gebaute Zukunft zu nehmen: Jeden ersten Donnerstag im Monat findet “Der Werkvortrag” statt, jeden zweiten Donnerstag im Monat das Seminar “Im Detail”, jeden dritten Donnerstag im Monat das Seminar “Cluster Innovativ” und jeden vierten Donnerstag im Monat das Seminar “Ressource Wald und Holz”. Der Holzbau-Donnerstag ist eine Veranstaltung von proHolzBW im Auftrag der Holzbau-Offensive BW.