22.12.2025
Markantes Erscheinungsbild durch vorvergraute Holzfassaden.
Erweiterungsbau der Ed. Züblin AG in Ulm
Bürohaus Nething in Neu-Ulm
Bürohaus Nething in Neu-Ulm (Innenräume)
Wohnhauskomplex im Ulmer Schafgarbenweg
Kicu-Campus im Ulmer Science-Park II
proHolzBW Holzbau-Exkursion im Raum Ulm.
Ostfildern, 22. Dezember 2025: Bei der proHolzBW Holzbau-Exkursion am 16. Dezember 2025 erwartete die Teilnehmer*innen ein exklusives Programm mit spannenden und unterschiedlichen Konstruktions-Prinzipien für vielfältige Architektur-Ideen und Nutzungsarten, welche im Holzbau gestaltbar sind. Die Themenschwerpunkte lagen dieses Mal beim Holzrahmenbau, Massivholzbau, Holzskelettbau und dem Holzhybridbau.
Die Tour begann mit der Besichtigung des Erweiterungsbaus der Ed. Züblin AG in Ulm. Auf drei Etagen bietet das Bauwerk Platz für rund 50 Büroarbeitsplätze, Besprechungszimmer, Teeküchen sowie eine Cafeteria. Das Bestandsgebäude wurde in 2020 umfangreich saniert und modernisiert, teilweise aufgestockt sowie um einen L-förmigen Anbau um rund 2.000 qm erweitert. Der Erweiterungsbau wurde in Holzskelettbauweise errichtet, das Tragwerk und die Gebäudehülle wurden dabei aus Holz gefertigt. Bereits bei der Planung wurde auf den Rohstoff Holz gesetzt, um neben der Leistungsfähigkeit des Holzingenieurbaus auch das vielfältige statische und konstruktive Potenzial von Holz als Baustoff zu demonstrieren. Im Vergleich zu einem entsprechenden Rohbau in reiner Stahlbetonbauweise reduzierten sich die CO2-Emissionen durch die Holzbauweise während der Bauphase um ca. ein Drittel, in Summe wurden 104 t CO2 eingespart.
Die zweite Station war das Bürohaus Nething in Neu-Ulm. Der Neubau der Nething Generalplaner GmbH bietet mit einer Grundfläche von 30 x 30 m auf vier Stockwerken Platz für über 100 Mitarbeiter*innen. Die müllerblaustein HolzBauWerke GmbH, als verantwortliches Holzbauunternehmen, gab dem Bauprojekt bereits im Entwurf ein markantes äußeres Erscheinungsbild durch das vorvergraute Holz als Fassadenmaterial. Die Nord- und Südflügel wurden in Holzbauweise umgesetzt. In Summe kamen dabei insgesamt 160 m³ Brettschichtholz in Form von sichtbaren Stützen und Trägern, 70 m³ Konstruktionsvollholz sowie 700 qm vorvergraute Schalung zum Einsatz. Das Projekt zeichnet sich insbesondere durch seinen hohen Vorfertigungsgrad der Wand- und Deckenelemente aus mit bereits vorinstallierten Fenstern, fertigen Fassadenbrettern, Außenseiten-Verblechungen und sichtbaren Doppelstützen.
Nach der Mittagspause im Restaurant Barfüßer in Ulm folgte mit der Besichtigung des mehrgeschossigen Wohnhauskomplexes im Ulmer Schafgarbenweg ein innovatives Hybridbaukonzept von herrmann+bosch Architekten Stuttgart und dem Holzbauunternehmen GAPP aus Öpfingen. Dabei ist ein innovatives Holzhybridhaus mit 23 Wohnungen entstanden, das nachhaltigen Holzbau mit bezahlbaren Mieten kombiniert, bei einer gleichzeitig hohen Ausführungsqualität im Detail. Die Ulmer Wohnungs- und Siedlungs-Gesellschaft mbH (UWS) investierte insgesamt rund 5,8 Mio. Euro in das Vorzeigeprojekt.
Zum Abschluss der Tour wurde ein weiteres GAPP-Holzbauprojekt besichtigt, der Kicu-Campus im Ulmer Science-Park II. Das „KICU“ (Künstliche Intelligenz Campus Ulm) der Projektentwicklungsgesellschaft Ulm, ist ein regionales Projekt für KI-Engagement, das auf über 1.000 qm Coworking Spaces, Arbeitsbereiche und Präsentationsflächen bietet. Es ist ein inspirierender Ort, an dem Ideen auf Realität treffen und Kooperationen zwischen Forschung und Industrie entstehen. Durch die Holzbauweise entspricht dieses Projekt den energetischen Standards und sorgt für ein sehr angenehmes Arbeitsklima.
(Bilder: proHolzBW)

