05.03.2026
"Der Holzbau ist in der Stadt".
Prof. Peter Cheret (Cheret Bozic Architekten)
(v.l.n.r.) Urs und Andres Haller von der Zimmerei Markus Haller GmbH & Co. KG
Herbert Duttlinger (Holzbau Südwest GmbH)
(v.l.n.r.) Anna Wirbser, Andres und Urs Haller, Alexander Leib, Peter Waibel, Prof. Peter Cheret und Herbert Duttlinger
Informative Fachvorträge in Freiburg über die Umsetzung von Großprojekten in bestehenden Holzbaustrukturen.
Ostfildern, 05. März 2026. Auch in diesem Jahr lud die Holzbau Bruno Kaiser GmbH im Rahmen der Messe „Getec“ (Gebäude-Energie-Technik) wieder zu interessanten Fachvorträgen rund um das Thema „Der Holzbau ist in der Stadt“ ein. Der Schwerpunkt der Vorträge am 27. Februar 2026 beschäftigte sich mit der Umsetzung von Großprojekten in bestehenden Holzbaustrukturen.
Prof. Peter Cheret (Cheret Bozic Architekten) referierte über das „Holz Innovativ Programm – Innovationen im Holzbau“ und stellte dabei u.a. die Entwicklungslinien im Holzbau im Laufe der Zeit dar. An Hand zahlreicher Praxisbeispiele lobte er die praxisnahe und erfolgreiche Umsetzung der Holzbau-Offensive in Baden-Württemberg (HBO). Prof. Cheret vertrat die Meinung „Der Holzbau war schon immer in der Stadt“, welche er mit einem geschichtlichen Hintergrund an Holz- und Holzhybridbauten ab dem Jahre 1800 bis in die Neuzeit skizzierte. Als besondere Leuchtturmprojekte nannte er das nachhaltige „Schumacher-Quartier“ in Berlin-Tegel mit 5.000 Wohneinheiten, das Holz-Parkhaus in Wendlingen sowie die höchsten Holzhochhäuser Deutschlands, „Roots“ in Hamburg und „WoHo“ in Berlin
Andres und Urs Haller von der Zimmerei Markus Haller GmbH & Co. KG stellten das von ihnen errichtete Rathaus in Aldingen unter dem Motto „Holz für Flexibilität im neuen Rathaus-Doppel“ ausführlich vor hinsichtlich den ausgeführten Holzbau-Planungen und -arbeiten. Das Leuchtturmprojekt in Holzbauweise, welches bereits den Holzbaupreis von Baden-Württemberg gewann, besteht aus einer tragenden Weißtannen-Brettschichtholz bzw. -Brettsperrholz-Struktur. Die Geschossdecken der Obergeschosse sowie das Dachfaltwerk des Sitzungsbereichs wurden aus Brettsperrholz mit einer Elementstärke bis zu 22 cm ausgeführt. Alle Außenwände konnten als vorgefertigte Holzbauelemente vor Ort montiert werden. Durch den konsequenten Holzbau konnte mit hoher Wirtschaftlichkeit eine große räumliche Steifigkeit über Dach und Wandscheiben hergestellt werden.
Nach einer kurzen Pause folgte die gemeinsame Projektvorstellung zum Projekt „Flow 1986 – ein nachhaltiger Campus für innovative Start-ups“ durch die drei Referenten Peter Waibel (Waibels Architektur), Alexander Leib (Die Holzbauingenieure GmbH) und Herbert Duttlinger (Holzbau Südwest GmbH). Peter Waibel startete mit bildhaften Impressionen von den einzelnen Bauabschnitten des Gebäudes und verwies auf den Innovationsbedarf und Lösungsansätze beim großvolumigem Holzbau. Die Entscheidung fiel schließlich auf das Modell „Low Tech“, welches eine starke Reduktion von laufenden Invest- und Bewirtschaftungskosten mit sich bringt. Alexander Leib ging im Anschluß auf die Herausforderungen bei der Tragwerksplanung ein, bevor Herbert Dutlinger die Details zum Gebäude skizzierte. Bei dem Leuchtturmprojekt mit einer Bruttogeschossfläche von rund 5.000 m² entstanden modernste Büroräume, Hightech-Labore, Co-Working-Spaces und Networking Areas. Die CO2-Einsparung durch die Holzverwendung betrug 1.800 Tonnen.
Zum Abschluss der Veranstaltung folgte eine durch Anna Wirbser (Holzbau Bruno Kaiser GmbH) moderierte Gesprächsrunde mit offenem Austausch zwischen dem Publikum und den Referenten Andres und Urs Haller, Alexander Leib, Peter Waibel, Prof. Peter Cheret und Herbert Duttlinger. Dabei wurden von den Experten u.a. Fragen zu den Themen „Macht ein Kellerbau aus Holz Sinn?“, „Wie kann es gelingen, daß bereits bei der Planung nachhaltige Gebäude im Fokus von Investoren stehen?“ oder „Warum werden Bestandsgebäude zu oft abgerissen und zu wenig saniert“ beantwortet.
(Bilder: proHolzBW)