30.04.2026 Markus Nöth

Urbane Nachverdichtung durch serielle Aufstockung in Holzbauweise.

(v.l.n.r.) Dr. Maximilian Weik, Marlen Schlosser und Florian Eitel

Herbert Niederfriniger

Erol Ari

Vom Kloster zum Wohnquartier.

Ostfildern, 30. April 2026: Wie lassen sich bestehende Gebäude nachhaltig weiterentwickeln, verdichten und in lebenswerten Raum verwandeln? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Veranstaltung im Kloster Reimlingen am 28. April 2026, welche die Schlosser Holzbau GmbH gemeinsam mit der holzius GmbH und proHolzBW im Auftrag der Holzbau-Offensive Baden-Württemberg durchführte. Die 35 Teilnehmer*innen konnten sich im Rahmen einer Baustellenbegehung und mit zahlreichem Hintergrundwissen durch die Referenten vor Ort davon überzeugen, wie eine serielle Sanierung durch Aufstockung in Holzbauweise erfolgreich umgesetzt werden kann. Durch eine Umnutzung der klösterlichen Substanz wird derzeit ein zeitgemäßer und barrierefreier Wohnraum mit 43 Wohneinheiten geschaffen, davon 23 durch eine Aufstockung in Holzbauweise. Das Leuchtturmprojekt zeigt, dass sich bestehende Bausubstanz erhalten und gleichzeitig zusätzlicher Wohnraum schaffen lässt, bei verkürzten Bauzeiten und einem hohen Vorfertigungsgrad.

Nach der Begrüßung durch Marlen Schlosser, Geschäftsführerin Schlosser Holzbau GmbH und Markus Nöth, Clustermanager proHolz BW, folgte der erste Impuls zum Thema „Mehr als Wohnen: Wie aus Bestand Lebensraum wird“ von Dr. Maximilian Weik, Inhaber WEIK Immobiliengesellschaft mbH. Der Bauherr und Investor referierte über die Entscheidungsgrundlagen für den Holzbau, sowie die Gesamtprozess-Analyse der Klosteraufstockung. „Wir wollten die vorhandene Substanz erhalten und gleichzeitig sowohl wirtschaftlich und zukunftsfähig neuen Wohnraum schaffen“, so Weik in seinen Ausführungen.

Florian Eitel, Mitglied der Geschäftsleitung bei Schlosser Holzbau GmbH, zeigte in seinem Vortrag über die Aufstockungstypologien die Herausforderungen auf, welche die Holzbauweise an Planung und Konstruktion stellten. Laut Eitel sind vor allem die frühzeitige Berücksichtigung von Statik, Bauphysik und Brandschutz sowie ein hoher Vorfertigungsgrad entscheidend, um Bauzeiten und Eingriffe in den Bestand zu reduzieren.

Im Anschluß ergänzte Herbert Niederfriniger, Geschäftsführer von holzius GmbH, mit seinen Ausführungen zum Thema „Bauen für Generationen: leimfreier Vollholzbau für Aufstockungsprojekte – Wohngesundheit und Kreislauffähigkeit im Mittelpunkt“ das vielfältige Themenspektrum des leimfreien Vollholzbaus. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen standen dabei insbesondere die Aspekte Wohngesundheit, Materialkreisläufe sowie die langfristige Nutzung von Gebäuden.

Zum Abschluß der Vortragsreihe erläuterte Erol Ari von der EA² Energie Agentur in seinem Fachvortrag „Sanieren und Aufstocken – Planungshacks vom Förderprofi. Aufbessern des Bauherrenbudgets durch gezielte Planung – Best Practice“ die Perspektiven rund um die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Bauprojekts. Anhand konkreter Beispiele zeigte er auf, wie Förderprogramme gezielt und rechtzeitig in die Planung integriert werden können, um Projekte auch finanziell tragfähig zu machen.

Im Anschluss an die Vorträge erhielten die Teilnehmer*innen bei einem Rundgang Einblick in die Umsetzung der Aufstockung. Sichtbar wurde dabei insbesondere die serielle Bauweise mit vorgefertigten Wand-, Decken- und Dachelementen sowie deren Montage vor Ort. Darüber hinaus wurde in unmittelbarer Nachbarschaft das zukünftige Seminarzentrum „Einklang im Ries“ besichtigt, das als Neubau in leimfreier Vollholzbauweise einen eigenständigen Ansatz im Holzbau derzeit entsteht.

Beim „Get together“ und einem Imbiss konnten sich alle Akteure des Tages am Abend nochmals final zu den vielen Fachinformationen rund um die Möglichkeiten des Holzbaus austauschen.

(Bilder: proHolzBW)

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