Holzbrückenbau-Symposium am 1. Juli 2022 in Weinstadt-Ebersbach lockte Architekten und Tragwerksplaner.


Ostfildern/Weinstadt, 17. August 2022. Moderne Holzbrücken, Grünbrücken und eine neue Generation der integralen Holzbrücke: Auf dem Holzbrückenbau-Symposium 2022 in Weinstadt ging es sowohl um die Grundlagen, als auch um neueste Innovationen bei der Entwicklung von Holzbrücken. Die Veranstaltung wurde von proHolzBW im Auftrag der Holzbau-Offensive Baden-Württemberg ausgerichtet in Zusammenarbeit mit Schaffitzel Holzindustrie und der Qualitätsgemeinschaft Holz-Brückenbau (QHB).

Dr.-Ing. Dennis Röver (proHolzBW) eröffnete die Veranstaltung mit einem Blick über den Tellerrand zu den „Living Bridges“ in Indien – ein Brückenkonzept aus verwachsenden Ästen und Baumwurzeln, das über Generationen entsteht und irgendwann komplett in die Natur reintegriert wird – ohne Abfall und komplett emissionsfrei. Begrüßungsworte hielten auch Dipl.-Ing. Jürgen Schaffitzel (Schaffitzel Holzindustrie) und Thomas Deißler, Erster Bürgermeister der Stadt Weinstadt.

Welche Standards müssen moderne Holzbrücken erfüllen?
Im ersten Themenblock informierte Prof. Dr. Thomas Uibel von der FH Aachen über die umfassende Forschungsarbeit der FH Aachen zum Thema Standardbrücken. Mit Umfragen an Kommunen wurden auf Basis einer Bestandsaufnahme die wichtigsten Konstruktionsgrundlagen für moderne Brücken erfasst und in Handlungsleitfäden veröffentlicht. Diese stehen in einer Online-Bibliothek zur Verfügung – eine unerlässliche Hilfe für kommunale und private Bauherren und Planer. Dipl.-Ing. Frank Miebach (Ingenieurbüro Miebach, Vorstandsmitglied QHB) referierte über mehr als 10 Jahre Qualitätsgemeinschaft Holz-Brückenbau. Der 2009 in Bonn gegründete Verein unterstützt durch die Kooperation mit qualifizierten Planungsbüros und Unternehmen den fachlichen Austausch, vermittelt Informationen durch Fachpublikationen und setzt durch angewandte Forschung Qualitätsstandards für den Bau moderner Holzbrücken.

Dauerhaftigkeit durch konstruktiven Holzschutz
Frau Prof. Antje Simon von der FH Erfurt stellte in ihrem Vortrag unter anderem das Projekt „Protected Timber Bridges (ProTimB)“ vor, in welchem die Entwicklung einheitlicher Richtlinien für den Entwurf, den Bau, die Überwachung und die Prüfung geschützter Holzbrücken erforscht wurden. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts sind Musterzeichnungen, Wartungs- und Prüfhandbücher sowie Richtlinien für Bauherren und Planer. Auch Prof. Simon wies neben den verschiedenen Konstruktionsarten auf die positive Klimabilanz von Holzbrücken hin: „Wann beginnt der Infrastrukturbau damit, seinen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten?“ 

Grünbrücken in Holzbauweise
Dipl.-Ing. Lukas Ruegsegger (Timbatec Holzbauingenieure, Bern) präsentierte verschiedene Wildtierquerungen in der Schweiz, so die Wildtierbrücke Rynetel über der Autobahn A1. Auch in Neuenkirch hat sich der Kanton Luzern für eine Holzbrücke entschieden. Das Besondere daran: Die Grünbrücke ist nicht nur, wie alle Holzbauten, ein natürlicher CO2-Speicher. Die rund 2500 Kubikmeter Holz (meist Fichtenholz) wurden in den umliegenden Wäldern geschlagen und in regionalen Betrieben weiterverarbeitet –  es handelt sich also um ein durch und durch ökologisches Projekt mit hoher regionaler Wertschöpfung. Die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) mit Sitz in Berlin setzt als Projektmanagementgesellschaft komplexe Verkehrsinfrastrukturprojekte um. Der Referent Gregor Gebert berichtete aus 20 Jahren Erfahrungen der Koordinierung von Projekt- und Qualitätsmanagement bei der Prüfung und Umsetzung von Holzbrücken. 

Die Stuttgarter Holzbrücke – Gestaltung und Konstruktion als Einheit
Prof. Thorsten Helbig (Planungsbüro knippershelbig, Stuttgart) stellte die „Stuttgarter Holzbrücke“ vor – ein Pilotprojekt, das 2013-15 von der Materialprüfungsanstalt der Universität Stuttgart Stuttgart, Schaffitzel Holzindustrie GmbH & Co. KG, Cheret Bozic Architekten (Stuttgart) und knippershelbig gemeinsam entwickelt wurde. Die neuartige integrale Brückenkonstruktion mit blockverklebtem Holztragwerk aus Fichten-Brettschichtholz ist ästhetisch ansprechend und sichert durch konstruktiven Holzschutz die Dauerhaftigkeit des Materials auch ohne Überdachung. Das mehrfach ausgezeichnete Brückenkonzept der Stuttgarter Holzbrücke kam 2019 in Weinstadt, Schorndorf und Urbach zum Einsatz und wird kontinuierlich bei spannenden neuen Projekten weiterentwickelt, so zum Beispiel in Mannheim und Baiersbronn (DKFS Architects 2020). Der Erste Bürgermeister und Baubürgermeister Weinstadts, Thomas Deißler, berichtete von den Erfahrungen der Gemeinde als Bauherr der beiden Stuttgarter Holzbrücken im Remstal und hob hervor, wie wichtig es für eine Gemeinde als kommunaler Auftraggeber ist, sich für Qualität und nachhaltiges Bauen einzusetzen. Die Stuttgarter Holzbrücken im Remstal erfüllen nicht nur ihren funktionalen Zweck der Flussüberquerung, sondern werten auch Grünflächen sowie die allgemeine Aufenthaltsqualität für die Menschen deutlich auf.

Jürgen Schaffitzel (Schaffitzel Holzindustrie GmbH & Co. KG) nahm die rund 45 Teilnehmer des Holzbrückenbau-Symposiums mit auf die spannende Reise von der Planung über die Herstellung bis hin zu Montage und Brückenkontrolle der Stuttgarter integralen Holzbrücken im Remstal. Der Brückenüberbau besteht aus einem blockverklebten Brettschichtholzträger, der sich im Querschnitt nach unten hin verjüngt. Eine besondere Herausforderung stellte dabei die Produktion der langen, gebogenen Bauteile für die Brückenträger dar. Hierfür wurde jedes Brückenteil mehrfach gedreht und positioniert, damit es entsprechend bearbeitet werden konnte. Der Holzbrückenkörper bindet sich monolithisch in die Stahlbetonwiderlager ein und ist somit als integrale Brücke ohne Lager- und Fugenkonstruktion konzipiert. Die Trägerhöhe wird dabei dem Kraftverlauf angepasst, wodurch die ästhetische ansprechende, geschwungene Form der Brücke entsteht. Die Betonwiderlager greifen die Form des Holzquerschnittes auf und setzen diese bis in die Böschung fort. Zur Sicherstellung der Dauerhaftigkeit der Brückenkonstruktion wird ein Messsystem zur ständigen Überwachung der Holzfeuchte (Feuchtemonitoring) installiert. In den Brücken „Birkelspitze“ und „Urbacher Mitte“ stecken je rund 45 m³ Fichten-Brettschichtholz und speichern damit je ca. 36,5 t CO2. Da Schaffitzel Holzindustrie PEFC-zertifiziert ist, wurde ausschließlich Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern verwendet.

Das Symposium endete mit einer Exkursion zur Stuttgarter Holzbrücke „Birkelspitze“ in Weinstadt. Durch die fachkundige Information von Dr. Karl Kleinhanß (QHB) und Jürgen Schaffitzel konnten die Teilnehmer Konstruktionsdetails „am lebenden Objekt“ nachvollziehen.

Fotos: proHolzBW/QHB

Über proHolzBW
Die proHolzBW GmbH setzt sich für eine stärkere Verwendung des Roh- und Werkstoffes Holz in Baden-Württemberg ein. Holz kann als nachwachsender Rohstoff und CO2-Speicher einen entscheidenden Beitrag leisten, um die Klimaschutzziele von Bund, Ländern und Gemeinden zu erreichen. Außerdem stärkt proHolzBW als Drehscheibe der Netzwerke Forst und Holz die Zusammenarbeit innerhalb der Wertschöpfungskette und intensiviert die Kommunikation in die Gesellschaft. Kernaufgaben sind die Vernetzung von Unternehmen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen, Architekten, Ingenieuren und Kommunen.

Über Qualitätsgemeinschaft Holzbrückenbau
Das oberste Ziel der Qualitätsgemeinschaft Holzbrückenbau e.V. (QHB) ist die Förderung des Holzbrückenbaus. Daher setzt sie sich für den technischen und wirtschaftlichen Fortschritt ein. Um Erfahrungen und Erkenntnisse zu verbreiten, fördert die QHB fachgerechte Leistungen beim Bau und insbesondere die anwendungsbezogene Forschung. Die QHB möchte qualifizierte Büros und Unternehmen in den relevanten Gewerken unterstützen und somit Qualitätsstandards setzen.

Über Schaffitzel Holzindustrie
Als Familienunternehmen mit über 100 Jahren Erfahrung zählen wir zu den Wegbereitern unserer Branche. In der Entwicklung vom Sägewerk über den klassischen Zimmereibetrieb zum modernen Ingenieur-Holzbauunternehmen haben wir Innovationen konsequent vorangetrieben und gelten als Pionier in der Produktion und Verarbeitung von Brettschichtholz. Heute sind wir zudem Vorreiter in der Verwendung von Sonderholzarten wie Buche, Lärche, Douglasie, Kiefer und dem hochleistungsfähigen Accoya. Als Experten für außergewöhnliche Ideen im Bauen mit Holz lösen wir Ihre ganz individuellen Herausforderungen mit allerhöchster Qualität, Kompetenz und Flexibilität.

Über die Holzbau-Offensive BW
Die Holzbau-Offensive BW wurde im Herbst 2018 ins Leben gerufen und ist eine Arbeitsgemeinschaft von acht Ministerien zur Förderung des Bauens mit Holz. Ziel ist es, durch wirkungsvolle Maßnahmen und zielgerichtete Impulse eine klimagerechte Transformation des Bausektors zu unterstützen und den nachwachsenden Baustoff Holz weiter in die Breite zu bringen. Entscheidend ist dabei die Betrachtung der gesamten Wertschöpfungskette vom nachwachsenden Rohstoff Holz, beginnend bei der Waldbewirtschaftung über das Produkt, bis hin zur Wiederverwendung im Kreislauf sowie der Entwicklung von end-of-life Szenarien. Weitere Infos unter: https://www.holzbauoffensivebw.de

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