23.02.2026
„Das trocknet doch wieder“ – Feuchtemanagement während der Bauphase.
Feuchtemanagement, Quelle IQUH
Helmut König vom Planungsbüro Herz & Lang in Schongau
Ab wann ist es ein Feutschteschaden?
Beispiele für Bauwerkschutz. Quelle: Holzbau Handbuch, Reihe 5 Teil 1, Folge 1
Beispiele für den Bauteilschutz, wie zum Beispiel Stirnholz.
Erste Veranstaltung „Im Detail“ im Jahr 2026 bei proHolzBW.
Ostfildern, 23. Februar 2026: Beim Online-Seminar zum Thema „Feuchtemanagement“ stellte Helmut König vom Planungsbüro Herz & Lang in Schongau die Grundlagen für den Feuchteschutz während der Bauphase vor. Ist Feuchtemanagement eine Belastung oder eine Hilfestellung für die baubeteiligten Gewerke?
Feuchtemanagement oder Witterungsschutz?
Was bedeutet überhaupt Witterungsschutz, und wie unterscheidet sich Witterungsschutz von Feuchtemanagement? Helmut König nahm die Teilnehmer mit auf eine Reise zu den „trockenen“, aber entscheidenden Details: Feuchtemanagement ist der übergeordnete Begriff, es erfasst jede Art von kritischer Feuchtigkeit oder Feuchteschaden. Der Witterungsschutz dagegen ist untergeordnet und umfasst den Schutz eines Bauteils vor Niederschlägen während der Bauphase. Der rechtzeitig geplante Witterungsschutz ist als notwendige Maßnahme komplett in den Montageablauf integriert. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die Begriffe Feuchteschäden und Baufeuchte genau zu kategorisieren: „Was „feucht“ und was „trocken“ ist, regeln oft vertragliche Vereinbarungen“, so König. Vieles spielt sich aber auch über stillschweigende Vereinbarungen ab – also ohne, dass eine Regelung existiert und die jeweiligen Vorstellungen von Auftraggeber und Auftragnehmer parallel ungeprüft nebeneinander existieren.
Wann wird Feuchte kritisch?
Kritische Holzfeuchte besteht dann, wenn ein Schaden entstehen kann und die Abnahme einer Bauleistung nicht möglich ist. Ein Feuchteschaden oder Mangel besteht dann, wenn es eine Abweichung von den Vereinbarungen gibt – ohne oder mit konkreten Sachschäden. Auch bei Begriffen wie Dachabdichtung, Notabdeckung oder Witterungsschutzbahn ist Genauigkeit bei der Verwendung geboten – um teils große Unterschiede der Anwendung in der Leistungsphase, im rechtlichen Sinn und bei den Kosten zu beachten. Eine wichtige Hilfestellung bietet hier das Regelwerk des Deutschen Dachdeckerhandwerks. König wiess dabei auf die großen Unterschiede zwischen früheren und heutigen Anforderungen am Bau hin – kurze Bauzeiten beim Holzbau, hohe Anforderungen und aktive Bauphasen auch im Winter bedingen schnelles, kostengünstiges und durch qualifizierte Kräfte ausgeführtes Feuchtemanagement. König: „Ohne eine qualifizierte Planung, Bauleitung und Ausführung kann das Bauen schnell zum finanziellen und gesundheitlichen Fiasko werden.“
Hellmut König ging weiter auf die physikalischen Grundlagen ein. Ab welchem Feuchtegrad bilden sich Schimmelpilze, und ab wann werden diese Pilze holzzerstörend? Was sind weitere Ursachen für Feuchteschäden? König wies an dieser Stelle auf die durch den Informationsdienst Holz und andere Stellen veröffentlichte Broschüren zu relevanten Themen hin. Aber auch hier warnt der Referent: „Planer und Handwerker sind verpflichtet, eigenverantwortlich zu denken und zu handeln.“ Die in den Broschüren vorgestellten Grundsätze und Lösungen müssen immer auf die individuelle Situation angepasst werden. Gutes Feuchtemanagement und funktionierender Witterungsschutz sind nur möglich, wenn die beteiligten Gewerke eng zusammenarbeiten: „Es muss nicht fließend übergehen, es muss nahtlos übergehen, damit es [die Zusammenarbeit der Gewerke] funktioniert“, so König, und das gilt selbstverständlich für alle Bauphasen – von der Planung bis zur Umsetzung.
Abbildungen:
Wenn nicht anders genannt Herz & Lang
Weiterführende Informationen:
Planungsbüro Herz & Lang
Der Holzbau-Donnerstag
Der “Holzbau-Donnerstag” bietet zwei kostenfreie Formate, um Sie mit auf die Reise in den modernen Holzbau und die gebaute Zukunft zu nehmen – der „Werkvortrag“ und „Im Detail“. Der Holzbau-Donnerstag ist eine Veranstaltung von proHolzBW im Auftrag der Holzbau-Offensive BW.