12.02.2026
"Der Holzbau sollte weiterwachsen, um positiven Einfluss auf die CO₂-Entwicklung zu nehmen".
Prof. Dr. Philipp Dietsch vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Maren Hirsch (Hirsch & Sohn Holzhandel GmbH)
Cluster Innovativ bei Hirsch & Sohn Holzhandel GmbH in Rheinstetten.
Ostfildern, 9. Februar 2026. Bei der ersten Cluster Innovativ Veranstaltung von proHolzBW in 2026 stand das Thema „Industriebauten aus Holz – Statik, Ökologie und Wirtschaftlichkeit“ am Beispiel des Hallen-Neubaus der Hirsch & Sohn Holzhandel GmbH im Vordergrund. Ergänzt wurde das Thema durch Ausführungen zum ressourceneffizienten Bauen mit Holz sowie dessen Entwicklungen und Perspektiven. Ein besonderes Highlight war darüber hinaus die Baustellenbegehung der neuen Werkhalle in Holz-Hybridbauweise auf dem Betriebsgelände von Hirsch & Sohn. Die rund 70 Teilnehmer*innen nutzten dabei die Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild innovativer Tragwerkslösungen zu machen und mit Fachleuten aus Architektur, Ingenieurwesen und Holzbau ins Gespräch zu kommen.
Nach einer kurzen Begrüßung durch die Gastgeberin Maren Hirsch, referierte Prof. Dr. Philipp Dietsch vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) über das Thema „Ressourceneffizient Bauen mit Holz – Entwicklungen und Perspektiven“ und betonte dabei: „Der Holzbau sollte weiterwachsen, um positiven Einfluss auf die CO₂- Entwicklung zu nehmen“. In den Ausführungen zu seinen „Gedanken zum Bauen“ stellte er u.a. nachfolgende Thesen auf, wie „Der Waldumbau muss auch im konstruktiven Holzbau ankommen“, „Die Kosten für Baustoffe werden weiter ansteigen“, „Ressourceneffizienz wird durch höhere Materialausbeute erzielt“ sowie „Sortenreinheit erhöht die zukünftige Kreislauffähigkeit“.
In der anschließenden Unternehmenspräsentation durch Maren Hirsch wurde neben dem geschichtlichen Hintergrund des Unternehmens insbesondere die Firmenphilosophie sowie die Holz-Bauweise des bestehenden Ausstellungsgebäudes erläutert, welches 1990 den begehrten Holzbaupreis von Baden-Württemberg verliehen bekam.
Hannes Hirsch von der merz kley partner GmbH zeigte in seiner Präsentation zunächst zahlreiche Praxisbeispiele an Hand des Themas „Kosteneffiziente Tragwerke im modernen Hallenbau“ auf, bevor er die technischen Details sowie die Hintergründe des Hirsch & Sohn Hallenneubaus in Holz-Hybridbauweise einging. Im Anschluss konnte der Neubau im Rahmen einer Baustellenführung von allen Teilnehmer*innen vor Ort ausgiebig und unter Anleitung der Projektverantwortlichen besichtigt werden.
Roland Hirsch, Geschäftsführer von Hirsch & Sohn, erläuterte in seinem anschließenden Vortrag zum Thema „Ökologische und wirtschaftliche Produktentscheidungen im Holzbau“ den Fokus seines Unternehmens hinsichtlich nachwachsender Rohstoffe, Regionalität, Langlebigkeit, Ressourcen- und Energieeffizienz, CO2-Speicherung sowie Schadstoffminimierung.
Unter dem Motto „Im Gespräch mit dem Holzbaubetrieb – Einblicke in den Bauprozess“ gab Ulrich Schäfer (Schäfer Holz- und Fertighausbau) detaillierte Einblicke in den gesamten, chronologischen Bauprozess des neuen Hallenneubaus von der Planung bis zum derzeitigen Baufortschritt.
Uwe André Kohler von der proHolzBW setzte zum Abschluss der fünfstündigen Veranstaltung einen Kurzimpuls zur Holzbau-Offensive Baden-Württemberg, beginnend bei deren Entstehung bis hin zu den aktuellen und zukünftigen Holzbauprojekten, welche unter dem Motto „Wir machen Baden-Württemberg zum Trendsetter für nachhaltiges & klimagerechtes Bauen“.
Bei einem Imbiss konnten sich alle Teilnehmer*innen nochmals final zu den vielen Informationen des Tages rund um die Möglichkeiten des Holzbaus austauschen.
(Bilder: proHolzBW)

