09.07.2026
„Flexibilität ist das, was uns einzigartig macht.“
Gruppenfoto auf dem Firmengelände von Holzbau Schaible in Wildberg
Gastgeber Daniel Schaible
Uwe André Kohler, proHolzBW
Prof. Jens Ludloff von der Universität Stuttgart
Schauraum Bad Schönborn mit Zollinger Lamellen
Das Dorfgemeinschaftshaus von Wildberg
Uwe André Kohler überreicht die Partnerurkunde an ABA Holzbau van Kempen GmbH: v. l. n. r.: Dipl.-Ing. Theodor van Kempen, Ron Kübler Kempen
Uwe André Kohler überreicht die Urkunde an Thomas Wildemann von SIHGA
Ralf Ebinger und Henning Artmann von Hilti Deutschland AG
Schaible Holzbau verfügt über eine geräumige Lagerhalle und kann somit flexibel auf Kundenwünsche reagieren
proHolzBW Partnertreffen bei Holzbau Schaible in Wildberg.
Ostfildern/Wildberg, 09. Juli 2026: Am 07. Juli war es wieder so weit: Im halbjährlichen Rhythmus treffen sich die proHolzBW Partnerunternehmen zum Netzwerken und zum fachlichen Austausch. Auf der Agenda des Treffens stand nicht nur die Vorstellung der neuen Partner im Holzbau-Netzwerk: Nach der Betriebsführung durch das Gelände des gestgebenden Betriebs, Holzbau Schaible in Wildberg Schönbronn, folgte ein Fachvortrag von Prof. Ludloff von der Universität Stuttgart zum Thema „Innovationen im Holzbau“.
Dorfgemeinschaftshaus Wildberg
Das proHolzBW Partnertreffen fand im Dorfgemeinschaftshaus von Wildberg statt – ein Holzbau der Firma Schaible, der aus Brand- und Schallschutzgründen bis auf das Treppenhaus und den Aufzugskern fast komplett aus Holz erstellt wurde. In den unteren Stockwerken befindet sich der Bürgersaal und das Bürgerbüro, in den oberen Stockwerken Wohnungen. Bei der Konstruktion der Fassade kamen Baubuche, heimische Weisstanne und vorvergrautes Douglasieholz zum Einsatz. Ein perfekter Ort also für das Sommer-Treffen der Holzprofis.
Der Familienbetrieb Holzbau Schaible arbeitet bereits in der 6. Generation mit Holz. Sohn Daniel Schaible ist 2008 in die Geschäftsführung eingestiegen und leitet das Unternehmen mit großer Leidenschaft für den Baustoff Holz. Das Unternehmen bietet Lösungen für alle Arten von Holzbauten an – vom Einfamilienhaus bis zur Gewerbehalle. Die Führung durch die Produktion gab spannende Einblicke in die Vorfertigung: Holzbau Schaible kann in seiner großen Produktionshalle mit kleineren oder größeren Teams – je nach Projektanforderung – Gebäude in jeder Form und Größe planen und umsetzen. Daniel Schaible: „Flexibilität ist das, was uns einzigartig macht – wir können heute Elemente für einen Kindergarten produzieren, morgen für eine Schule, übermorgen für eine Gewerbehalle – ohne Umstellung in der Produktion.“ Beeindruckend ist auch die Größe der Lagerhalle des Betriebes, der mit einem großen, über die Jahre gewachsenen Netzwerk von Partnerunternehmen aus verschiedenen Gewerken zusammenarbeitet. Bekannte Gebäude wie das Nationalparkzentrum Ruhestein oder das preisgekrönte LOGL-Zentrum (Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft) wurden von Holzbau Schaible gefertigt.
Verbindungstechnik und Kreuzlagenholz
Mit den Unternehmen SIHGA GmbH, ABA Holzbau van Kempen GmbH und Hilti wird das proHolzBW Partnernetzwerk um weitere Holzbau-Profis erweitert. ABA Holzbau van Kempen GmbH stellt KLH®-CLT (Kreuzlagenholz) her, ein spezielles Produkt aus Brettsperrholzplatten. Aus diesen Elementen können Wand-, Decken- und Dachplatten gefertigt werden. SIHGA ist Innovationsführer für Befestigungstechnik und Verbindungen für den Holzbau. Hilti ist mit seinen Hochleistungswerkzeugen und Befestigungstechnologien ein bekannter Zulieferer der Bauindustrie. Geschäftsführer der proHolzBW, Uwe André Kohler begrüßte die neuen Unternehmen herzlich im Partnernetzwerk.
Knotenlose Plattenbalkenkostruktion und Zollinger Lamellen
Prof. Jens Ludloff von der Universität Stuttgart referierte über Historie und Innovationen im Bereich von Verbindungs- und Konstruktionsmethoden im Holzbau. Als herausragendes Beispiel diente die Ausstellungshalle eines Möbelherstellers in Bad Schönborn, bei der Elemente des „Zollinger Dachs“ zum Einsatz kamen, eine freitragende Konstruktion aus Holzlamellen mit rautenförmiger Anordnung, die große Spannweiten ohne Stützen ermöglicht. Der Schauraum erhält durch die an Zollinger Lamellen angelehnte Deckenstruktur eine ganz eigene Ästhetik. Das eigentlich „historische“ Konzept des Lastenabtrags verleiht dem Raum und den darin ausgestellten Möbeln eine fast futuristische Anmutung. Weitere Beispiele wie das SEZ Bleilochtalsperre verdeutlichten, wie Innovationen den Holzbau voranbringen – von Stützen aus Lärchenholzstämmen bis hin zu Fachwerkträgern aus Schadholz.
Im anschliessenden fachlichen Austausch ging es nicht nur um den Holzbau und Konstruktionsmethoden, sondern auch um die Experten selbst und den Nachwuchs in der Branche. Gibt es genug Ausbildungsstätten für Holzbauingenieure? Kommen Architekturstudenten im Studium automatisch in Berührung mit Holzbau? Während Ausbildungszentren wie Biberach oder Hochschulen wie die HTWG Konstanz oder die Universität Stuttgart vorne mit dabei sind in der Nachwuchsförderung, gelangt der Holzbau immer noch sehr zögerlich in die breite Masse der Studierenden. Die Partner von proHolzBW sind sich einig: es braucht sowohl Spezialisten, als auch Generalisten im Holzbau, damit Projekte von Anfang an gut geplant und dann auch effektiv umgesetzt werden können. Oliver Hilt, architekturagentur: „Wir brauchen Experten mit Praxis, Vertiefung und Reife.“ Die Vernetzung von Unternehmen, Hochschulen, Ausbildung und Weiterbildung von Fachkräften ist Teil des Bildungsauftrags von proHolzBW, und wir bedanken uns bei unseren Netzwerkpartnern für die gute Zusammenarbeit und das gemeinsame Engagement für den Holzbau.