18.03.2026
Raum der Stille – fließende Holzarchitektur für den letzten Lebensabschnitt.
Stationäres Hospitz Schwäbisch Hall
Hospiz - Gibelansicht
Vorfertigung im Werk: Produktion der Wände
Innenansichten
Erstes 3D-Modell für den "Raum der Stille", erstellt mit dem Programm RHINO
Raum der Stille nach Fertigstellung und Einbau im Gebäude
Der Referent Martin Szymanski von Bauer Holzbau GmbH in Satteldorf-Gröningen
Beim Holzbau-Donnerstag im März wurde das Hospiz Schwäbisch Hall vorgestellt.
Ostfildern, 18. März 2026: Beim Werkvortrag am 05. März stellte der Referent Martin Szymanski von Bauer Holzbau GmbH das Thema „Ein Raum der Stille – Das Hospiz in Schwäbisch Hall“ vor. Im Bereich Hospiz oder Aussegnungshallen gibt es bisher erst wenige Objekte in Holzbauweise. Und gerade hier vermag Holz als Baumaterial eine ruhige und umsorgende Atmosphäre zu schaffen.
Architektur als heilsamer Rahmen für die letzte Lebensphase.
Bei dem vorgestellten Gebäude handelt es sich um ein besonderes Objekt mit einem besonderen Auftrag: Ein Hospiz stellt die Räumlichkeiten für die letzte Lebensphase dar – Holz tritt hier als heilsames und im Hintergrund wirkendes Baumaterial in Erscheinung, das Menschen auf Ihrem letzten Lebensweg begleitet. Auftraggeber der öffentlichen Ausschreibung war das Hospital Heiliger Geist, vertreten durch Oberbürgermeister Daniel Bullinger aus Schwäbisch Hall. Der Auftragswert belief sich auf insgesamt über 3,7 Millionen Euro netto. Das Gebäude in Holzrahmenbauweise wurde in sieben Tagen aufgestellt und erfüllt den KfW-40-Standard. „Durch die Kombination aus nachhaltigem, wohngesundem Bauen und einem durchdachten architektonischen Konzept konnte ein Umfeld geschaffen werden, das für die Bewohner zu einem Ort der Ruhe und Geborgenheit wird“, so Szymanski.
Klassische oder funktionale Ausschreibung?
Der Referent ging etwas genauer auf den Prozess der Ausschreibung ein: Bei einer klassischen Ausschreibung ist durch die Detailvorgaben mehr oder weniger alles festgelegt – jeder Anschluss, jede Schicht, jedes Detail der Fertigung. Die Planung und die Ausführung sind getrennt, es existieren viele Schnittstellen. Bei der funktionalen Ausschreibung hingegen werden Zielanforderungen an Funktion, Leistung und Qualität definiert anstatt Detailvorgaben zur Umsetzung. „So kann der Unternehmer im Rahmen seiner Kompetenz und Systeme die beste Lösung entwickeln“, so Szymanski. Der große Vorteil der funktionalen Ausschreibung ist, dass die Gesamtverantwortung an einer Stelle gebündelt ist: „Statt fragmentierter Zuständigkeiten übernimmt ein Unternehmen die integrale Verantwortung für Werkplanung, Produktion und Montage. Das Ergebnis [ist] weniger Abstimmungsaufwand, weniger Informationsverlust, mehr Planungssicherheit“, so Szymanski. Passt also eine funktionale Ausschreibung für ein Holzbauprojekt – wie bei diesem Gebäude der Fall – dann können auf diese Weise Termintreue und Kostensicherheit leichter sichergestellt werden. Bei komplexeren Projekten in Holzbauweise für höhere Gebäudeklassen kann eine klassische Ausschreibung dennoch sinnvoller sein.
Raum der Stille.
Mit dem „Raum der Stille“ ist ein konfessionsübergreifender Rückzugsort für Trauer und Abschied sowie für den Blick nach innen entstanden – für Patienten, Familie und Mitarbeiter. Wie entstand das Raumkonzept? Szymanski: „Wir wollten einen komplett digitalen Prozessablauf“. Mithilfe des Programms Rhino entstand die besondere, fliessende Architektur des Raumes, die die Verbundenheit mit der Natur unterstreicht, die allein schon durch die großen Öffnungen im Raum nach draußen gegeben ist. Das Projekt zeigt, wie sich digitale Programme in der Architektur und in der Planung einsetzen lassen, um Arbeitsprozesse zu erleichtern, ohne deswegen bei der Kreativität einzubüßen – im Gegenteil.
Abbildungen/Weiterführende Links:
Der Holzbau-Donnerstag
Der “Holzbau-Donnerstag” bietet zwei kostenfreie Formate, um Sie mit auf die Reise in den modernen Holzbau und die gebaute Zukunft zu nehmen – der „Werkvortrag“ und „Im Detail“. Der Holzbau-Donnerstag ist eine Veranstaltung von proHolzBW im Auftrag der Holzbau-Offensive BW.