01.04.2026
Vier neue Leuchtturmprojekte an einem Tag.
SSB Busdepot Betriebshof Stuttgart-Gaisburg
Haus des Tourismus in der Stuttgarter City
Rote Wand Wolke 1 und Rote Wand Wolke 3 auf dem Killesberg
Mobiles Hallenbad am Kelterplatz
Innenansicht: Mobiles Hallenbad am Kelterplatz
proHolzBW Holzbau-Exkursion im Raum Stuttgart.
Ostfildern, 1. April 2026: Bei der proHolzBW Holzbau-Exkursion am 25. März erwartete die rund 50 Teilnehmer*innen ein exklusives Programm mit spannenden und unterschiedlichen Konstruktions-Prinzipien für vielfältige Architektur-Ideen und Nutzungsarten, welche in Holz- und Holz-Hybridbauweise in der Landeshauptstadt realisiert wurden. Der Holzbau in Stuttgart entwickelte sich in den letzten Jahren stetig weiter, das bewiesen die vier vorgestellten Bauprojekte heute deutlich.
Die Tour begann mit der Besichtigung des nachhaltigen SSB Busdepot Betriebshof Stuttgart-Gaisburg. Nach einem Großbrand 2021 baute die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) ihren Busbetriebshof wieder neu auf. Dabei spielte der Holzbau schon bei der Planung von Anfang an eine zentrale Rolle. Das innovative Konzept beinhaltet zwölf eigenständige Gebäude-Module mit einer Dachkonstruktion aus gebogenen Brettschichtholzträgern. Die spezielle Holzbauweise vereint architektonische Qualität mit höchster Sicherheit, denn Holz behält bei Hitze länger seine Tragfähigkeit. Das besondere Brandschutzkonzept vom Tragwerksplanungsbüro Schlaich Bergermann Partner beinhaltet pro Modul je fünf linsenförmige, zehn Tonnen schwere Holzdächer. Diese bestehen aus je zwei gebogenen Brettschichtholzträgern, welche mit Platten aus Furnierschichtholz beplankt sind.
Die zweite Station war das Haus des Tourismus in der Stuttgarter City. Es ist ein herausragendes Beispiel für modernes, nachhaltiges Bauen und eine der neuesten Sehenswürdigkeiten im Herzen der Stadt, welche im Oktober 2025 offiziell eröffnet wurde. Das Leuchtturmprojekt von der asp Architekten GmbH, ist ein Paradebeispiel für den Umbau im Bestand nach den Prinzipien des zirkulären Bauens. Dazu wurde ein Teil des ehemaligen Kaufhaus-Gebäudes „Breitling“ abgerissen und durch eine moderne Holzbaukonstruktion ersetzt. Dabei wurden insgesamt rund 500 Kubikmeter Holz verbaut, was einer Bindung von etwa 500 Tonnen CO2 entspricht. Das Projekt ist im Rahmen der Internationalen Bauausstellung IBA’27 umgesetzt worden.
Nach der gemeinsamen Mittagspause im Restaurant Knitz im Erdgeschoss des Haus des Tourismus, folgte die Besichtigung der beiden Wohnbauten Rote Wand Wolke 1 und Rote Wand Wolke 3 auf dem Killesberg. Das baugemeinschaftliche und privat initiierte Wohnprojekt in Massivholzbauweise wurde von Heinemeyer Beck Architekten entworfen sowie aus den Mitteln des Stuttgarter Klima-Innovationsfonds gefördert und darüber hinaus von der Fachgruppe Architektur der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart wissenschaftlich in Hinblick auf Nachhaltigkeit begleitet.
Zum Abschluss der Tour wurde das mobile Hallenbad am Kelterplatz vorgestellt –das europaweit erste mobile Hallenbad in Holzmodulbauweise. Das als „Aquabox“ bekannte Projekt ist ein offizieller Teil der internationalen Bauausstellung 2027 Stadt-Region Stuttgart (IBA’27). Das sich derzeit noch im Bau befindliche Bad wurde von 4a Architekten und Holzbau Blumer-Lehmann als temporäres, versetzbares und vollständig rückbaubares Gebäude konzipiert. Für den Generalübernehmer, die POOL out of the BOX GmbH, war von Anfang an die Holzmodulbauweise das zentrale Konzeptelement für das Hallenbad. 28 vorgefertigte Module im Erdgeschoss und 18 im Obergeschoss bilden jeweils einen Eingangsbereich, Umkleideräume und den Schwimmbereich sowie die Technik- und Sanitärräume. Auch die Decken und Installationen sind vorgefertigt und werden werkseitig eingebaut. Die Fassade besteht aus grau gestrichenem Lärchenholz und die tragende Hallenkonstruktion wurde als Elementbau errichtet. Die Dachelemente aus Brettsperrholz wurden montagefertig geliefert und vor Ort miteinander verbunden. Dabei wurden alle Verbindungen – vom Schraubverbund bis zur Abdichtung – so konzipiert, dass sie sich wieder lösen lassen. Mit dieser innovativen Bauweise steht dieses nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip errichtete Hallenbad für nachhaltiges Bauen, flexible Lösungen, innovative Konstruktionen und den verantwortungsbewussten Umgang mit Gebäuden über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg.
(Bilder: proHolzBW)

